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Geschichte/Zahlen :
Katasterfläche: 525 ha; kein Flächennutzungsplan.
Kleines Bauerndorf, in jüngster Zeit mit einigen gewerblichen Berufsfeldern. Das Dorf, auf dem Uferwall eines alten Wasserarms (Höhenlage: 9,0-9,5m), hat an der L 156 mit Brücke über die Weser keine schlechte Verkehrslage. Bis zur Laufänderung des Hauptstroms von der „Alten Weser“ in die heutige Richtung im 17. Jh. lag Werder als einzige Gemeinde im Kreisteil auf dem rechten Weserufer und gehörte zum Gericht Achim. Es kam erst 1681 bei der Abtretung an Braunschweig zum Kreisteil, da es, nun auf dem linken Weserufer, von Achim durch die Weser getrennt war.
Siedlung: Kleines Haufendorf, vermutlich 9./10. Jh. auf einer Insel Weserarmen errichtet, worauf sein Name hindeutet, auf dem leicht erhöhten Uferwall eines solchen Arms nahe der späteren „Alten Weser“, wohl dem damaligen Hauptlauf. Urkundliche Erwähnung 1138 Werthera, 1391 Werder. 1534 : 7 Vollhöfe, 1 Halbhof. An eine engräumige Erhöhung gebunden, vergrößerte sich das Dorf nur wenig durch einige Hofteilungen und schließlich ein paar Arbeiterhäuser. Alle Gehöfte stehen auf Wurten.
Wurde früher das Dorf nur von Zweiständer-Kübbungshäusern aus Backsteinfachwerk und Backstein bestimmt, so sind die Höfe inzwischen alle mehr oder weniger modernisiert, in geschlossene Dreiseithöfe ein- und umgebaut oder mit modernen Wohn- oder Wirtschaftsbauten einschließlich Silos versehen. 1961 waren noch 53 v.H..Bauernhäuser; 1 der insgesamt 19 Wohngebäude entstand nach 1948. Der Wohnplatz Üserhütte, entstanden aus einem Hirtenhaus der bis 1927 selbständigen Uesener Hude- Interessengemeinschaft, liegt knapp 3 km vom Dorf entfernt an der Weserbrücke und umfasst außer zwei Gaststätten, einen Industriebetrieb.
Bevölkerung: Als kleines Dorf mit wenig unterbäuerlicher Bevölkerung, 1766 etwa 90 Einwohner (4 Höfner, 5 Pflug-, 3 Handkötner, 1 Brinksitzer, 2 Häuslinge), erlebte Werder in den letzten Jahrzehnten des 18. Jh. und den ersten des 19. Jh., zusammenfallend mit der damaligen Blüte von Garn- und Leinengewerbe, vorübergehend kräftigen Bevölkerungszuwachs. Von etwa 1820 nimmt die Einwohnerzahl durch Ab- und Auswanderung ab, lediglich von einem kleinem Stillstand in der Zeit der Frühindustrialisierung unterbrochen, und erreichte vor dem zweiten Weltkrieg den gleichen Stand, den sie 170 Jahre zuvor hatte. Vertriebene und Zugewanderte drückten sie vorübergehend in die Höhe. Als diese vorübergehend wieder abwanderten, sank die Einwohnerzahl erneut und liegt nicht mehr viel über dem Vorkriegsstand. Mit weiterem Rückgang, bestenfalls Stillstand ist zu rechnen.
Die landwirtschaftliche Bevölkerung dominiert wie zu allen Zeiten. Seit 1950 hat sie bei nur geringem Rückgang der absoluten Zahlen und stark verminderter Einwohnerzahl ihren Anteil wieder erhöht. Die gewerbliche Bevölkerung hat sich absolut wie anteilmäßig verringert. Wasserwirtschaft: Die nördliche Flur gehört zum gesetzlichen Überschwemmungsgebiet der Weser. Sie ist unmittelbar an der Weser nur durch Sommerdeiche bzw. höheres Weserufer gegen Sommerhochwasser geschützt. Ein im Bau befindlicher Deich, der die Gemarkung etwa auf der Höhe des benachbarten Wohnplatzes Finkenburg in west-östlicher Richtung quert, wird in Zukunft zwei Drittel der Flur hochwassersicher machen. Die Gemeinde ist Mitglied des Wasserverbandes Eiterniederung. Anschluss an den Wasserverband „Syker Vorgeest“ ist geplant.
Landwirtschaft: Bäuerliche Familienbetriebe bis 90 ha kennzeichnen die Struktur. Die guten bis sehr guten Böden werden zu drei Viertel als Dauergrünland genutzt, wovon der größere Teil Weiden sind. Das wenige Ackerland, vornehmlich in der südlichen Hälfte und an höher liegende Flächen gebunden mit Getreide bebaut. Als Hackfrüchte dienen Kartoffeln, Futterrüben und sogar etwas Zuckerrüben. Dementsprechend ist der Viehbesatz sehr groß. Der Besatz an Rindvieh, das auf den ausgedehnten Weiden gehalten wird, liegt an der Spitze aller Gemeinden des Kreisteils Thedinghausen. Zugleich wird auch heute noch eine intensive Pferdezucht betrieben.
Früher hatte Werder Streifengewannflur als Sondereigentum westlich vom Dorf „Horstfeld“, die in den höchsten Lagen gedüngt, ständig mit Gerste, Hafer und Bohnen im Wechsel bebaut wurde. Der Anbau von Winterkorn war wegen der vielen Überschwemmungen nicht möglich. Die randlichen Stücke in der Marsch wurden als Wechselflur 4 Jahre mit Sommersaat und Flachs bestellt und 3Jahre beweidet. 1766 hatte die Flur, Ackerland, Wiesen und Anger zusammen mit Uesen rechts der Weser, zu dessen Mark es einst gehörte. Diese „Üsener Hude - Interessenschaft“ ist erst 1927 der Gemeinde Werder eingemeindet worden. Bis dahin bildete sie eine selbständige Gemeinde mit einem Gemeindevorsteher, dessen Sitz die Üser Hütte war, und der zugleich als Hirt und Fährmann für die Wagen- und Personenfähre fungierte. Schon immer spielte Viehzucht in Werder eine Hauptrolle, daneben in der zweiten Hälfte des 18. Jh. Garnspinnen und Leinenverkauf, wie im ganzem Amt. Die Bekämpfung der Wechselflur und ihre Umwandlung in Dauergrünland sowie die Verkopplung von 1849/53 haben das Landschaftsbild verändert und eine von Hecken durchsetzte Weidelandschaft geschaffen.
Gewerbliche Wirtschaft: Nördlich vom Dorf nahe der östlichen Gemarkungsgrenze wird Weserkies ausgebeutet. Abgesehen von einigen Gastwirtschaften ist seit 1960 ein Industriebetrieb mit zweiundzwanzig Beschäftigten an der Weser ansässig, der das meiste Material per Schiff von der Ilseder Hütte erhält. Kein Handel, kein Handwerk ebenso wenig Genossenschaft oder Kreditinstitut.
Verkehr: Werder hat an der L 156 zwar keine schlechte Verkehrslage (6 km nach Achim; 4 km nach Thedinghausen), wird aber von keiner Omnibuslinie berührt. Allerdings besteht die Möglichkeit, von der Bushaltestelle Lunsen an der L 203 (ca. 1,5 km) Omnibuslinien zu erreichen, die Werktags 4-mal in 35-55 Minuten nach Verden (20 km) fahren und 9-mal nach Thedinghausen (2 km ) in 5 Minuten; von denen 5 nach Bremen (25 km) weiterfahren mit einer Fahrzeit von 50-70 Minuten. Auf der anderen Seite der Weser lassen sich über die 1949 erbaute Brücke von Uesen aus ebenfalls zahlreiche Busse einerseits nach Bremen mit 55 Minuten Fahrzeit und andererseits nach Verden nach 35 Minuten Fahrzeit erreichen. Anschluss an die Autobahn Bremen- Walsrode bei Achim, und Bremen-Ruhrgebiet. Eisenbahnanschluss: Bahnhof Achim (Richtung Bremen und Hannover).
Die Weser als Wasserstrasse hat in der Gemeinde die Ansiedlung eines Industriebetriebes ermöglicht. Für das bäuerliche Dorf ist sie heute von geringem Wert.
Kulturelles: Die Gemeinde gehört zur ev.luth. Pfarrkirche Lunsen und zur kath. Kuratiegemeinde Achim.
Zugehörigkeit: Werder gehört heute zur Gemeinde Thedinghausen.
Und wie sieht es heute aus?
Werder ist ein Ort, der zur modernen Gemeinde Thedinghausen (und diese wiederum zur Samtgemeinde Thedinghausen) gehört.
Lediglich ein Landwirte arbeiten aktiv in seinem Business, die restlichen Höfe sind, wie in vielen anderen Dörfern auch, zu modernen Mehrfamilienhäusern umgebaut. Das Dorf wuchs um Einfamilienhäuser und die Baufläche ist bis auf wenige Ausnahmen belegt.
Werder hat aufgrund der Initiative der Bewohner einen eigenen Kinderspielplatz und eine eigene Kinderbetreuungsstätte, die Werder-Wichtel. Auf den Grundstücken und im Dorf gibt es viele Freiflächen zum Spielen und Toben.
Werder hat sich in den letzten Jahren zu einem “Künstlerdorf” erhoben. Gerade die grossen alten Höfe laden Künstler zu ihrem Schaffen ein.
Die Dorfgemeinschaft steht und nimmt jeden “Frischling” ohne Zögern in die Mitte auf. Man hilft sich wie früher, lebt aber moderner.
Werder hat als erstes Dorf in dieser Gegend seit 2009 eine Straussenfarm.
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